Burnout

„ Ich wollte, merkte aber, dass nichts mehr geht. Ich fühlte mich ständig erschöpft, ausgepowert und leer.“

(Klient)

Wie kommt es zu einem Burnout?

Der Weg zum Burnout oder zu einem chronischen Erschöpfungssyndrom ist immer ganz individuell. Ein Burnout entsteht nicht über Nacht, ihm gehen meist viele negative, außerordentlich belastende, permanente und/oder konfliktreiche Erfahrungen voraus. Unsere eigenen Gefühle und Denkmuster, unsere hohen Ansprüche an uns selber und unsere moderne, schnelllebige Zeit die von uns verlangt multitaskingfähig zu sein, geben uns oftmals das Gefühl der Überforderung. Wir fühlen uns dadurch ständig gehetzt und überlastet. Es bleibt kaum Zeit für uns selbst. Hinzu kommt ein geringes Selbstwertgefühl und dadurch eine oftmals fehlende Beziehung zu sich selbst, all‘ das führt zu einem „Ausbrennen“.

In diesem Weg erkläre ich das Käfermodell. Mit diesem Modell hast du die Möglichkeit zu erkennen, in welchen Lebensbereichen du dazu neigst auszubrennen. Es hilft dir zu erkennen in welchen Bereich es notwendig ist die persönliche Reissleine zu ziehen.

„Menschen die ausgebrannt sind, sind lange Zeit über ihre Grenzen gegangen. Schuld daran ist oftmals der eigene hohe Leistungsanspruch und Perfektionssinn.“

Therapie

Ziel einer Therapie ist es, wieder in Beziehung mit uns zu treten. Uns neu kennenzulernen. Oftmals haben wir unsere eigentliche Identität verloren. Wir fühlen uns leer. Es ist wichtig die Zusammenhänge zu verstehen, die uns haben ausbrennen lassen. Wir dürfen lernen unseren Burnout zu akzeptieren. Wir werden an unsere Gefühle und Bedürfnisse herangeführt. Wir haben die Möglichkeit alte Denkmuster zu hinterfragen und diese neu auszurichten. Diese neue Ausrichtung zieht neue Verhaltensweisen nach sich, die wiederum zu neuen, positiven Erfahrungen und Gefühlen führen. Wir bekommen wieder Zugang zu unseren Ressourcen und lernen auf diese wieder zuverlässig zuzugreifen. Durch neu erlernte Achtsamkeit haben wir die Möglichkeit in unsere eigene Kraft zu kommen, welche uns dann ermöglichen wieder mit Lebensfreude zu leben. Mit dieser zurückgewonnenen Identität und Vitalität sind wir dann wieder in der Lage unseren Alltag und unser Leben zu meistern.

Stress

Wenn wir in eine Stresssituation geraten, schaltet der Körper auf den Flucht-, Kampf-, Angstmodus. Unsere Nebennierenrinde wird aktiviert und schüttet Stresshormone wie Cortisol, Adrenalin und Noradrenalin aus. Der Körper leitet diese zusätzliche Energie in seine Muskeln – für seinen „Überlebenskampf„. Andere Funktionen werden in dieser Zeit runtergefahren. Unser Gedächtnis läuft in dieser Zeit nicht gut, die Konzentration ist schlecht, man verdaut die Nahrung nicht richtig, Stuhl-und Harndrang stoppen. Giftstoffe werden nicht richtig beseitigt, das Immunsystem ist gefährdet.

Unser Körper kann mit einer akuten Stresssituation (Kurzzeitstress) gut umgehen. Das hat er in all‘ den tausenden von Jahren gelernt, als er auf der Flucht vor dem Säbelzahntiger war. Aber die Zeiten in denen wir leben haben sich geändert und wir leben in unserem Alltag mit ständigen Stressoren (Langzeitstress). Unser Körper ist diesem dauerhaften Stress aufgeliefert. Er geht von einer Stressreaktion oftmals in die nächste über, ohne genügend Entspannung, Bewegung und Ruhe. Hält der Stress länger an, werden immer weiter Stresshormone in unseren Körper abgegeben die nicht „verarbeitet“ und nicht wieder abgegeben werden können. Wir „vergiften“ uns quasi mit diesen Stresshormonen, was zu emotionaler und körperlicher Erschöpfung führt. Unser Immunsystem ist durch diesen Langzeitstress die ganze Zeit – chronisch – gefährdet.

Was vor tausenden von Jahren der Säbelzahntiger war, sind heute Anforderungen/Ansprüche vom Chef, der Ehefrau, dem Ehemann, der Gesellschaft etc. und unsere eigenen überhöhten Ansprüche. Man ist auf der Flucht, oftmals auch vor sich selbst.

„90% der Menschen die zum Arzt gehen, gehen wegen Stresserkrankungen.“ (Ursache ist der Langzeitstress).

Mehr zum Thema Stress findest du unter dem gleichnamigen Link.

Welche Symptome können auftreten?

Symptome können sich auf der seelischen, körperlichen und auf der sozialen Ebene äußern.

Burnout Symptome kennzeichnen sich auf der psychosozialen Ebene oftmals durch emotionale Erschöpfung, ständige Müdigkeit, gedämpfte Stimmung (evtl. eine beginnende Depression), Lustlosigkeit, Resignation, Versagens-, Hoffnungslosigkeits- und Verzweiflungsgefühlen, Gereiztheit, Zynismus, Selbstentfremdung.

Die zahlreichen körperlichen Beschwerden sind Schlaf- und Durchschlafstörungen, Konzentrationsstörungen, verminderte Leistungsfähigkeit, Suchtverhalten, Appetitlosigkeit, Tinnitus, reduzierte körperliche Belastbarkeit, Verspannungen, Schmerzen im Magen, Darm, Rücken, Hautreaktionen, Bluthochdruck etc..

Burnout entsteht nicht im Verstand und kann nicht allein über den Verstand gelöst werden.“ (Dr. med. Mirriam Prieß)

„Der Weg aus dem Burnout zurück zu sich, führt nur über den Dialog mit sich.“